
Nun wird es mal Zeit fuer einen Post, der eigentlich schon vor langer Zeit passiert ist. Stellt Euch einfach vor, dass es erst gestern war. Gleich in der 1. Woche in der ich hier angekommen bin, da konnte ich gar nicht lange rumgucken, wurde ich gleich von Katie, John und Graeme (fast alles Kollegen von mir) nach Jasper gefahren - mit Kuehlbox, Zelt und Schlafsack und etc. Wenn wir mal ehrlich sind, die Kuehlbox haben wir eigentlich nicht gebraucht. Jasper ist schon ziemlich hoch, vielleicht so 1200 m oder so. Wer es genau wissen will, der sei auf die moderne google Earth Technik verwiesen. Wir waren zwei Tage da und es war nicht nur richtig schoen, sondern auch ein wenig richtig schoen kalt.

Die zwei Tage haben wir vorwiegend mit Wandern auf den Hochebenen verbracht - den Icefields. Wenn ich raten wuerde, wuerde ich sagen die heissen Icefields weil das Ebenen sind, die Gletscher frueher mal Bulldozer artig planiert haben. Und auch heute noch gibt es eine Menge Gletscher in Jasper. Was mich besonders gluecklich macht, weil es viel ueber das Trinkwasserangebot in Kanada aussagt. Bei einer unserer Wanderungen in einem wunderbaren Bergflusstal gab es dann auch den ersten Schnee, kein Wunder war ja auch schon August.
Mal nebenbei, Kanada produziert 59 % seiner Elektrizitaet aus Wasserkraft - mehr als die Haelfte ! Deswegen machen die sich auch keine Gedanken um all die Klimaanlagen, die selbst dann laufen, selbst wenn es draussen gerade mal 15 C sind.

Auch an Tieren haben wir zu allen Tageszeiten alle moeglichen gesehen, nur keinen Baeren. Zwar hatten Graeme und John beide ein Baerenspray dabei, also son Spray das man aehnlich wie ein Pfefferspray dem Baeren ins Gesicht spruehen kann. Allerdings glaube ich nicht, dass wenn uns ein Grizzly ueber den Weg gelaufen waere, einer von beiden das Spray schnell genug aus dem Rucksack gekramt haette, es entsichert und dann den Baeren angesprueht haette. Wenn man jedoch erstmal in der Wildnis ist und sowieso keine andere Wahl haette im Falle des Falles, dann glaubt man dass so ziemlich alles moeglich ist. John hat mir allerdings erklaert dass man nicht schneller als der Baer rennen muss, sondern nur schneller als der letzte in der Gruppe.

Jedenfalls abgesehen von Baerenkot, nicht viele Baeren unterwegs. Dafuer aber Elche, Gemsen, Eichoernchen und Chipmunks noch und noecher, Hasen und sogar ein Rotluchs. Das war ziemlich schoen zu sehen dass die Natur richtig lebt. Und da die Parks so gigantisch gross sind, koennen die Tiere sich auch richtig schoen ausbreiten. Uebrigens, Feldhasen gibt es bei uns auch viele an der Uni zu allen Tageszeiten, das ist hier gar nichts besonderes. Weiss nur nicht was die studieren.